Nur-Das-Wichtigste:
Handlungsfähigkeit im Notfall

Ihr Notfallordner hat eine einzige Aufgabe.
Eine.

Nämlich die, dass im Notfall sofort gehandelt werden kann.
Die nötigen Vollmachten sind griffbereit.
Die handelnden Personen wissen, was zu tun ist.
Es läuft so, wie Sie es sich vorgestellt haben.

In der Praxis sieht man aber anderes.

Begeben Sie sich im Internet auf die Suche nach dem Thema Notfallordner.
Was Sie finden ist erschlagend.
Was für eine Menge an Informationen erfragt wird.
Und wie viel Triviales.
Erstens füllt das kein Mensch alles aus und zweitens wird es erst recht von niemand regelmäßig aktualisiert.
Jedenfalls ging es mir so: Idee gut, Ziel verfehlt.

Also habe ich mir, im Zusammenhang mit meinem Vermögensordner,
Gedanken darüber gemacht, wie der Ablauf im Notfall aussehen sollte.

Denn der Notfall braucht einen durchdachten Prozess.
Und eine Einbettung in ein System.

Sparen Sie sich diese Zeit lieber.
Und konzentrieren sich auf das wirklich Wichtige.
Auf das, was im Notfall zählt.

Überlegen Sie bitte mit mir, was für den Notfall geregelt sein muss.
(Und das muss dann auch funktionieren).

Damit steht dann auch fest, was Sie alles nicht benötigen.
(Denn Ihr Vermögen, Ihr Testament und Ihr bisheriges Leben geht in diesem Moment noch niemand an. Darauf kommen Sie mit Ihrem Vermögensordner zu sprechen, zu einem anderen Zeitpunkt und vielleicht sogar mit anderen Beteiligten.)

Dadurch wird Ihr Notfallordner viel schmaler.
Aber mit viel mehr Aussicht auf Erfolg.
Denn an das Wichtigste kommt man immer wieder zurück,
da der schmale Ordner Sie nicht überfordert.

Er macht Ihnen kein schlechtes Gefühl.
Sondern beruhigt Sie, weil Sie die Sache jetzt im Griff haben.

Noch einmal, weil es mir so wichtig ist:
Der Notfallordner ist für eine einzige Aufgabe gemacht:

Handlungsfähigkeit im Ernstfall.
In den ersten Tagen und Wochen.

Das Prinzip:
Nur-Das-Wichtigste

Und alles andere gar nicht.
Jedenfalls nicht hier, für diesen Moment und an dieser Stelle.

Der Notfallordner enthält nur das, was für den Notfall unbedingt benötigt wird.
Mehr nicht.

Durch diese Reduktion stellen Sie sicher, dass der Notfall beherrschbar wird.

Weil Sie vorbereitet sind.
Und niemanden der handelnden Personen überfordern.


Aufbau:
Drei Bereiche, mehr nicht

So ist der Notfallordner aufgebaut, wenn er funktionieren soll:

a) ganz vorne: das Notfallblatt

Das Notfallblatt ist die Seite, die im Ernstfall als Erstes gelesen werden muss.

Es ist für die im Notfall integrierten Menschen.
Diese wissen durch das Notfallblatt

– was der Notfallordner ist,
– welche Dokumente enthalten sind,
– persönliche Worte von Ihnen,
– Ihre Anweisungen.

Nicht viel.
Und doch sehr wertvoll.

Weil es beruhigt und durch den Notfall navigiert.
Damit führen und entlasten Sie und bereiten den Erfolg der Handlungen vor.

b) danach: Fach mit „Vollmachten“

Jetzt kommen die Vollmachten, die benötigt werden.

Meiner Meinung gehören hier die Originale hin,
denn im Zweifel wird von Ärzten (und Banken) keine Kopie anerkannt.

Sie brauchen

– die Vorsorgevollmacht,
– die Patientenverfügung,
– die Bankvollmacht für ein Konto, das im Notfall liquide ist und für eine Weile genügt.

c) danach: Fach „medizinisch“

Das ist schon fakultativ.
Denn im Notfall werden Sie sowieso erstversorgt.

Trotzdem können Sie hier eine Liste der wichtigsten Medikamente niederschreiben.
Ebenso Allergien und ernsthafte Erkrankungen.

Wichtiger sind wahrscheinlich noch die Nennung von Hausarzt und wichtigen Fachärzten,
die im Notfall tatsächlich mit ihrem Wissen weiterhelfen können.

Wenn Sie diese medizinischen Angaben machen,
achten Sie bitte auf eine regelmäßige Aktualisierung.

Mehr nicht ?!

Ich sage es hier noch einmal und mit Ausdrücklichkeit,
in den Notfallordner gehören nicht:

  • Kontenlisten, Depotübersichten, Vermögensaufstellungen
  • Versicherungsübersichten, Vertragslisten, Ordnerkopien
  • Immobilienunterlagen, Darlehensunterlagen, Grundbuch, Gutachten
  • Passwortlisten, PINs, Zugänge
  • „Für alle Fälle“-Papierberge

Im Zweifel geht das die im Notfall handelnden überhaupt nichts an.
Sie müssen niemanden mit Wissen beladen, welches im Notfall völlig egal ist.
(Auch wenn es später natürlich eminent wichtig ist)

Da Ihr Notfallordner wahrscheinlich relativ exponiert steht,
darf der Inhalt auch zufälligen Blicken nichts über den Notfall hinaus verraten.

Das gehört alles in ein anderes System,
nämlich in Ihren Vermögensordner.

Warum Nur-Das-Wichtigste funktioniert

Es gilt nicht, dass mehr Papier auch mehr Sicherheit bedeutet.

Das ist sogar gegenläufig.
Zu viele Informationen führen zu mehr Interpretationen, zu unnötigen Gedanken und damit zu kontraproduktivem Stress.

Ich bin fest davon überzeugt, dass diese Beschränkung auf das Wesentliche im Ernstfall für Sie erfolgsentscheidend ist.

Notfallordner: Das Notfallblatt und warum weniger Mehr ist
Notfallordner: Checkliste

Martin Arlt

Martin Arlt ist Steuer- sowie Vermögensberater mit über 20 Jahren Berufserfahrung. Er hilft Menschen, ihre finanziellen Ziele zu realisieren – und dies Meilenstein für Meilenstein.

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