Mittlerweile haben viele Menschen glücklicherweise eine Patientenverfügung.

Manche sind sehr sicherheitsorientiert und haben sie vor Jahren gemacht.
Andere Menschen haben externe Impulse bekommen:
Gespräche im Freundeskreis und in der Familie, nach einem Arzttermin oder nach einem Aha-Moment.
Man merkt immer mehr, dass man wünscht,
dass in einem Notfall Ordnung möglich ist und die richtigen Personen wissen, was zu tun ist.

Deshalb beginnt man, irgendwo zwischen Mitte 50 und 70,
sich mit Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Testament zu beschäftigen.

Das ist sehr gut, weil hierdurch vieles geregelt werden kann und viele Probleme gar nicht erst entstehen.

Und trotzdem hilft eine Patientenverfügung im Ernstfall erstaunlich häufig nicht.

Aber nicht, weil sie schlecht gemacht oder falsch ist.
Auch, weil sie veraltet ist.

Sondern aus einem viel banaleren Grund:
Niemand findet sie.
Noch besser ist es, wenn niemand weiß, dass es eine solche gibt.

Dann ist die ganze Mühe umsonst.

Was eine Patientenverfügung eigentlich leisten soll und was in der Realität tatsächlich oft schiefgeht

Mit einer Patientenverfügung wollen Sie sicherstellen, dass Ihr Wille respektiert wird,
wenn Sie selbst nicht mehr entscheiden oder sich nicht mehr verständlich äußern können.

Das ist der richtige Gedanke.

In vielen Fällen gibt es in der Praxis aber Probleme.

  • Die Verfügung liegt irgendwo zuhause, „wo sie sicher ist“.
  • Angehörige wissen ungefähr, dass es sie gibt, aber nicht genau, wo.
  • Im Krankenhaus oder in einer Akutsituation ist sie nicht verfügbar, weil niemand sie in diesem Moment in der Hand hat.
  • Niemand weiß, wer eigentlich für Sie handeln soll.
    Nicht einmal die Person, die Sie dafür ausgesucht haben.

Das bittere Ergebnis in diesem Fall:
Es wird entschieden, gehandelt und organisiert, ohne dass Ihr Wille repräsentiert ist.

Eine Patientenverfügung hilft also nur dann, wenn gleichzeitig zwei Dinge erfüllt sind:

  1. die Personen, die für Sie handeln sollen, müssen dies auch wissen
  2. diese Person werden in einem Notfall schnellstmöglich angerufen
  3. sie wissen, wo Ihre Patientenverfügung ist und wie sie an sie herankommen

Warum Kopien nicht reichen

Eine Kopie der Patientenverfügung genügt im Ernstfall nicht,
da Ärzte und Krankenhäuser ein unterschriebenes Originaldokument verlangen.

Es ist besser, mehrere Exemplare des Originals zeitgleich zu datieren, zu unterschreiben und diese bei den Bevollmächtigten als auch im Notfallordner zu hinterlegen.

Die entscheidende Frage im Notfall

Es stellt sich zunächst nicht die Frage:
„Was steht in der Patientenverfügung?“

Die richtige erste Frage lautet nämlich:
„Wer ist zu kontaktieren, damit die Patientenverfügung nebst dem Bevollmächtigten schnellstmöglich an die behandelnden Ärzte kommt ?“

Noch einmal, es genügt nicht zu wissen, dass dieses Dokument existiert.

Der Prozess kann nur in Ihrem Sinne verlaufen,
wenn Ihre Patientenverfügung im richtigen Moment im richtigen Zusammenhang auftaucht.

Wie der Prozess zur Initialisierung Ihrer Patientenverfügungen sinnvoll aussieht

Der Prozess muss einfach sein.
Und er muss funktionieren.

Denken Sie an meinen Vergleich,
wenn ich einen funktionierenden Prozess mit Domino-Prinzip umschreibe.

Was sich in der Praxis bewährt, ist eine klare Einbettung in eine einfache Struktur, die im Alltag nicht nervt, aber im Ernstfall trägt.

Dazu gehört:

  • Sie erstellen Ihre Patientenverfügung, datieren und unterschreiben sie.
    Am besten gleich mehrfach.
  • Sie sagen den Personen, die für Sie entscheiden sollen Bescheid.
    Jedenfalls sollten Sie ihnen auch sagen, wo sich Ihr Notfallordner befindet und wie sie an diesen kommen können.
    Sie können diesen auch ein Original geben.
  • Ein Exemplar legen Sie in Ihrem Notfallordner ab.
  • Sie erstellen Scheckkarten,
    die sie im Portemonnaie und an mehreren anderen sinnvollen Orten ablegen.
    Die Scheckkarten haben nur die Funktion, dass sie gefunden werden und dass die auf der Rückseite der Karte genannten Personen angerufen werden.
  • die erstgenannte Person holt den Notfallordner und begibt sich zu Ihnen
  • falls die erste Person nicht erreichbar ist,
    übernimmt die zweite Person
  • falls die zweite Person nicht erreichbar ist,
    übernimmt die dritte Person.

Wenn der erste Stein fällt, muss sicher der zweite Stein fallen.
Und nach dem zweiten sicher der dritte.

Bis das definierte Ziel „Patientenverfügung beim behandelnden Arzt“ erreicht ist.

Der Zusammenhang mit einem Notfallordner

Für welchen Zeitraum erstellen Sie einen Notfallordner ?

Für die ersten Stunden nach dem Notfall und dann für die nächsten Tage, vielleicht auch noch für die nächsten Wochen

Und für wen erstellen Sie den Notfallordner ?

Sie erstellen ihn für Ihre Familie, damit sie weiß, wie im Notfall in Ihrem Sinne gehandelt wird.

Der Zusammenhang mit einem Vermögensordner

Für welchen Zeitraum erstellen Sie einen Vermögensordner ?

Ein Vermögensordner, insbesondere ein Arlt’scher Vermögensordner, ist ein System.
Er ist ein Lebensordner.


Und für wen erstellen Sie einen Vermögensordner ?

Er ist in allererster Linie für Sie.

Damit Sie Ihr Vermögen immer präsent haben.
Damit Sie Ihr Vermögen schützen können.
Damit Sie gute Entscheidungen treffen.

Damit Sie sich gegen Notfälle vorbereitet haben.
Damit Sie Ihr Testament machen.
Damit Sie eine große Liquiditätsreserve haben.

Deshalb ist mein System so aufgebaut,
dass Sie das Wichtigste immer zuerst sehen.

Und damit auch richtig gut regeln können.
Und bei Bedarf sehen Sie auch, wenn aktualisiert werden muss.

Wenn Sie es delegieren wollen

Wenn Sie sich auf ein System verlassen möchten.
Und wenn Sie möchten, dass Ihre Vorsorgeunterlagen,
einschließlich Ihrer Patientenverfügung, so organisiert sind,
dass sie im Ernstfall wirklich funktionieren, dann finden Sie hier die nächsten Schritte:

→ Zum Arlt’schen Vermögensordner

Vorsorgeordner vs. Notfallordner vs. Vermögensordner
Notfallordner: Damit Ihre Familie ihn sofort in der Hand hält

Martin Arlt

Martin Arlt ist Steuer- sowie Vermögensberater mit über 20 Jahren Berufserfahrung. Er hilft Menschen, ihre finanziellen Ziele zu realisieren – und dies Meilenstein für Meilenstein.

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