Notfallblatt aufbewahren: Wo es liegen muss (damit es im Ernstfall auch hilft)
Sie können ein Notfallblatt schnell schreiben.
Es besteht ja nur aus 1, 2 Seiten.
Sehr schön soweit, aber:
Damit es Ihnen in einem Notfall wirklich hilft,
muss sein Vorhandensein logischerweise bekannt sein.
Denn wenn Ihnen etwas passiert, ist die Lage sowieso maximal angespannt.
Ihre Angehörigen sind unter Stress, nichts ist im ersten Moment klar.
Und trotzdem muss gehandelt werden.
Und zwar schnell.
In Ihrem Sinn.
Genau das gelingt Ihnen mit einem Notfallblatt.
Es ist Ihre Anweisung an Ihre Familie.
Der wichtigste Grundsatz
Auffindbarkeit ist König.
Sie können alles richtig formulieren.
Wenn das Blatt im entscheidenden Moment nicht auftaucht, war es vergebene Liebesmüh.
Deshalb müssen Sie diese zwei Fragen beantworten können:
- Wer weiß, dass er im Notfall handeln soll ?
- Wie findet diese Person das Notfallblatt in 60 Sekunden ?
Es gibt drei Aufbewahrungsmöglichkeiten
Es gibt nicht den einen perfekten Ort.
Nehmen Sie den, der Ihnen zusagt.
Oder, noch bessere, nehmen Sie mehrere Orte.
Variante 1:
Ganz vorne im Ordner
Das Notfallblatt liegt ganz vorne im Notfallordner oder Vermögensordner.
Vorteil:
Wer den Ordner findet, findet automatisch auch das Notfallblatt.
Es springt ins Auge, denn es kann nicht übersehen werden.
Nachteil:
Wenn der Ordner nicht gefunden wird, hilft es auch nicht.
Von daher meine Empfehlung: fahren Sie mehrgleisig.
Variante 2:
In der Wohnung
Ein zweiter Ort kann helfen, wenn der Ordner nicht sofort aufzufinden ist.
Da ihn ja keiner weiß, muss das Notfallblatt auffällig sein.
Praktikable Orte sind:
- sichtbar am Schreibtisch
- im Schlüsselkasten
- ein augenfälliger Platz Fach im Flur
Das ist natürlich weder die beste noch die sicherste Variante.
Aber immerhin, besser als nichts.
Variante 3:
Eine Karte
Das ist die pragmatischste Lösung.
Eine kleine Karte im Scheckkartenformat oder ein kurzer Hinweis, den man findet, wenn man handeln muss.
Zum Beispiel:
- im Portemonnaie
- im Handycase
- im Auto (Handschuhfach)
- beim Schlüsselbund (als kleiner Zettel)
Auf diese Karte gehört nicht der Inhalt des Notfallblatts.
Keine Konten. Keine Details. Keine Zugangsdaten.
Nur die Information: Es gibt ein Notfallblatt, und hier liegt es.
Wer muss davon wissen ?
Ich empfehle Ihnen, dass mindestens zwei Personen um das Notfallblatt wissen.
Eine Person kann ausfallen, nicht erreichbar sein oder mit der Situation überfordert sein.
Dann brauchen Sie einen Plan B, sprich weitere Vertrauenspersonen.
Diese zwei Personen sollten:
- Ihnen nah sein
- über den Einsatz im Notfall informiert werden
- und bereit sein, Verantwortung zu übernehmen
Typischerweise sind das:
- Ehepartner
- erwachsene Kinder
- eine zweite Vertrauensperson (Freund, Geschwister)
- in manchen Fällen: Hausverwaltung oder Nachbar als Schlüsselperson
Diese Personen müssen nicht alles kennen.
Sie sollen nicht alles wissen.
Sie müssen nur wissen:
Es gibt ein Notfallblatt.
Und so finde ich es
Kann mit einem Notfallblatt Missbrauch betrieben werden ?
Theoretisch ja, aber ein Risiko ist gering und der Nutzen ist viel höher
Man könnte argumentieren:
„Wenn jemand weiß, dass ich einen Ordner habe, ist das riskant.“
Der Gedanke ist nicht falsch.
Aber Sie müssen abwägen: Nutzen im Notfall gegen theoretisches Risiko.
Das Risiko eines Notfallblattes ist übersichtlich, weil:
- Sie geben keine Zugangsdaten preis
- Sie nennen keine Vermögenswerte
- Sie geben nur einen Hinweis auf Auffindbarkeit
Und genau das ist der Zweck.
Wenn eine Vertrauensperson dann den Vermögensordner kennenlernt,
dann sollte das in Ihrem Interesse sein.
Wenn Sie dieser Person allerdings keinen Einblick über Ihr Vermögen gewähren möchten,
dann lässt sich dies sehr gut lösen:
Im Notfall- oder Vermögensordner ist in dem Fach, wo die Vermögensübersicht liegt,
nur ein Hinweis, wo sich diese befindet.
Und lediglich die Person, der Sie auch Vollmacht erteilt haben,
darf rechtlich dieses Dokument einsehen.
Voila, alles gelöst.
So kann die Info-Karte aussehen
Vorderseite:
NOTFALL – es gibt ein Notfallblatt / einen Ordner
Rückseite (kurz):
- Notfallblatt / Ordner liegt: ____________________
- Schlüsselperson / Zugang: ____________________
- Erste Anrufe: ____________________ (max. 2–3 Namen mit Nummern)
__________________________________________________
__________________________________________________ - Datum der letzten Aktualisierung:_________________
Datum und Aktualisierung:
bitte einfach halten
Schreiben Sie ein Datum auf das Notfallblatt.
So sieht jeder sofort, ob es aktuell ist.
Wie oft aktualisieren ?
Einmal pro Jahr genügt grundsätzlich.
Und zusätzlich aktualisieren Sie sofort, wenn sich etwas ändert.
Wenn sich zum Beispiel ändert:
- Telefonnummern
- Ansprechpartner (Notar, Steuerberater, Arzt)
- Aufbewahrungsorte
- neue Vertrauensperson
- Umzug
Tragen Sie sich direkt einen Termin in den Kalender ein.
Klassischer Fehler:
zu viele Kopien an zu vielen Orten
Machen Sie nicht viele Kopien.
Das wirkt zwar sicher.
Tatsächlich kommt es in der Praxis dazu,
dass irgendwann alte Versionen herumliegen.
Und im Ernstfall findet dann jemand die falsche Information.
Darum gilt:
Lieber ein Ort plus klare Hinweise
als zehn Kopien.
Verbindung zum Ordner:
Das Notfallblatt muss auf etwas zeigen
Das Notfallblatt ist eine Soforthilfe.
Aber dahinter muss mehr sein.
Wenn auf dem Notfallblatt steht:
„Vorsorgevollmachten liegt im Ordner“,
dann müssen sie dort auch sofort auffindbar sein.
Das ist der Unterschied zwischen Sammelmappe und System.
Wenn Sie den Notfallordner als Gesamtstruktur verstehen wollen, lesen Sie hier weiter:
[Interner Link: Pillar Page „Notfallordner“]
Wenn Sie den Ordner nicht selbst erstellen wollen
Viele wissen, dass sie das Thema lösen müssen.
Aber sie wollen keine Monate damit verbringen, Listen zu pflegen und Unterlagen zusammenzusuchen.
Wenn Sie es delegieren wollen:
Sie übergeben Unterlagen als Fotos.
Die Originale bleiben bei Ihnen.
[Interner Link: Premium/Master auf der Startseite]
Häufige Fragen
Muss jeder den Ort kennen?
Nein.
Zwei Personen reichen.
Gehören Zugangsdaten auf die Info-Karte?
Nein.
Auf die Karte gehört nur: Es gibt das Blatt – es liegt dort.
Ist ein Portemonnaie nicht riskant?
Es ist ein Risiko.
Der Nutzen ist aber höher, weil der Hinweis überhaupt gefunden wird.
(Und weil die Vermögensübersicht ausgeklammert werden kann)
Wie lang soll das Notfallblatt sein?
Idealerweise eine Seite.