Ein Notfallblatt und ein Notfallordner lösen ein Problem:
Im Ernstfall kann jemand für Sie handeln.

Aber wenn man anfängt nachzudenken, kommt die nächste Frage:

Ist das nicht gefährlich, dass andere Personen informiert sind ?


„Wenn jemand weiß, dass es so einen Ordner gibt,
dann kann er mich vielleicht betrügen“
„Und was ist mit Passwörtern ?“
„Was ist, wenn jemand den Ordner wegnimmt ?“

Berechtigte Fragen.

Und die Antwort ist keinesfalls:
„Machen Sie einfach alles digital.“

Die richtige Antwort ist:
Trennen Sie die Auffindbarkeit des Ordners vom Zugriff auf die Informationen.


Der Grundsatz

Wenn niemand den ihn findet, hilft der beste Ordner nicht.
Wenn jeder alles daraus nutzen kann, ist es tatsächlich unsicher.

Das lässt sich aber leicht und sicher lösen.


Verstecken ist keine Lösung

Stellen Sie sich vor,
dass Sie einen Notfallordner erstellen und legen ihn dann „an einen ganz sicheren Ort“.
Sicherheitshalber teilen Sie diesen Ort auch niemand mit.
Damit nichts passiert.

Und dann, im Notfall ?
Dann findet niemand findet den Ordner.


Drei sichere Wege


1. Das Notfallblatt


Das Notfallblatt ist eine Anleitung zur Soforthilfe.

Es enthält:

  • Wen rufe ich an ?
  • Wo liegt was ?
  • Was ist als Erstes zu tun ?

Mehr nicht.

Damit kann jemand starten, ohne dass Sie irgendetwas „preisgeben“.

2. Der Notfallordner

Der Notfallordner enthält die Dokumente und Ihre Anweisungen.

Hier besteht offensichtlich keine größere Missbrauchsgefahr.
Denn viele Informationen sind im Notfall nicht missbrauchsrelevant,
sondern schlicht notwendig:

  • wo liegt die Patientenverfügung?
  • gibt es Vollmachten?
  • wie erreiche ich Arzt/Notar/Steuerberater?
  • was ist zu organisieren (Post, Haustiere, Termine)?

Der Ordner muss nutzbar sein.
Sonst ist er wertlos.

3. Zugriff auf sensible Daten nur mit ausdrücklicher Bevollmächtigung

Sehr schützenswerte Daten sind:

  • Passwörter / PINs / TAN-Verfahren
  • Kontodetails, Depots
  • die Vermögensübersicht
  • Ihr Testament

Nicht jeder, der den Ordner findet, sollte alles sehen können.

Gut, wenn es nur Vertrauenspersonen in Ihrem Umfeld gibt, liegt es an Ihnen.

Ansonsten empfehle ich aber Vorsicht und deshalb:


Vermögensübersicht
und Testament auslagern

In Ihrem Ordner gibt es ein Fach „Vermögen“.
Hier hinein gehören Ihre Vermögensübersicht sowie die Vertragsunterlagen und aktuellen Auszüge.
Im Fach „Testament“ wird logischerweise Ihr Testament behandelt.

Wie gesagt, wir wollen verhindern, dass die Putzfrau oder die Freundin der Tochter zufällig neugierig wird.
Wenn dieses Risiko quasi nicht existent ist, können Sie auf die Sicherheitsmaßnahme natürlich auch verzichten.

Dieses Problem lösen Sie es mit einem kleinen Kniff.

In dem Ordner befindet sich aber jeweils ein Hinweis auf den Verwahrort.

So kann im Ordner etwa stehen, dass sich die entsprechenden Dokumente im Safe befinden und wer den Zugang zum Safe kennt.
Oder dass es im Ordner ….. unter dem Fach ….. zu finden ist.

Im Prinzip können Sie so auch mit allen weiteren Dokumenten vorgehen,
die Sie für besonders schützenswert erachten.

Das ist eine elegante, einfache und praxistaugliche Vorgehensweise.

Die Person, die rechtlich handeln darf (Vollmacht),
bleibt damit weiterhin die Person, die alleine Vertrauen genießt.

Und Ihre Daten sind geschützt.


Passwörter:

Wenn Sie dies bitte berücksichtigen:
Passwörter gehören nicht und nie auf ein Notfallblatt.
… und auch nicht ins Portemonnaie

Und sie gehören auch nicht offen in den Ordner.

Ein Notfallblatt soll man in 30 Sekunden verstehen.

Wenn dort außerdem Zugangsdaten stehen, verliert es seinen Sinn.
Und wird sogar zu einem Sicherheitsrisiko.


Wo bewahren Sie den Notfallordner auf ?
Und wo das Notfallblatt ?

Der Ordner braucht einen festen Ort.
Und mindestens zwei Personen müssen diesen Ort kennen.

Wenn Sie zusätzlich eine Info-Karte nutzen (Portemonnaie / Handycase),
dann steht darauf nur:
„Es gibt einen Ordner. Er liegt dort.“

Kein Inhalt und keine Details.


Missbrauch – wie realistisch ist das?

Theoretisch ist vieles möglich.

Wenn Sie aber Vermögensübersicht, Verträge und Testament nur den dazu eigens ausgewählten Personen, Ihren Bevollmächtigten, einsehbar machen,
ist das Risiko eigentlich kaum vorhanden.

Drei Dinge sind viel schlimmer:

1. Sie haben überhaupt keinen Notfallschutz.

2. Niemand weiß in einem Notfall über Ihre Vorkehrungen.

3. Der Ordner wird nicht (schnell) gefunden.


Mini-Checkliste:
So prüfen Sie Ihren Notfallordner auf Sicherheit

  1. Steht auf dem Notfallblatt nur das Wichtigste ?
  2. Wissen zwei Personen, wo Ordner und Notfallblatt liegen ?
  3. Sind Passwörter / PINs / TAN nicht auf dem Notfallblatt ?
  4. Liegen Vermögensübersicht, Testament und Verträge separat ?
    Jedenfalls, wenn Sie das wünschen.
  5. Findet der Bevollmächtigte die ausgelagerten Dokumente sicherlich ?

Wenn Sie hier überall „ja“ sagen können, ist das Thema in der Praxis sehr gut gelöst.


Verbindung zum Gesamtsystem

Das Notfallblatt hat nur Sinn, wenn es mit einem dahinterliegenden Ordner verknüpft ist.
Und der Ordner hilft nur, wenn er sinnvoll systematisch strukturiert ist und niemanden überfordert.

Wenn Sie mehr über den Notfallordner als System wissen möchten, lesen Sie hier weiter:
[Interner Link: Pillar Page „Notfallordner“]


Wenn Sie die Erstellung des Ordners professionell vergeben möchten

Viele wissen, dass sie das Thema erledigen müssen.

Aber sie wollen nicht sinnlos viel Zeit damit verbringen, irgendwelche Unterlagen zusammenzusuchen, sie nach diesem oder jenen Schema zu sortieren und hinterher immer noch nicht sicher zu sein, das Richtige getan zu haben.

Wenn Sie es delegieren wollen:
Sie übergeben Unterlagen als Fotos.
Die Originale bleiben bei Ihnen.

Ich mache daraus einen Ordner nach meinem System, einen Arlt’schen Vermögensordner.
Mit Struktur, Prioritäten, inklusive Notfallblatt und Übersichten.

[Interner Link: Premium/Master auf der Startseite]


Wo das Notfallblatt liegen muss, damit es gefunden wird
Handeln im Notfall nach dem Domino-Prinzip

Martin Arlt

Martin Arlt ist Steuer- sowie Vermögensberater mit über 20 Jahren Berufserfahrung. Er hilft Menschen, ihre finanziellen Ziele zu realisieren – und dies Meilenstein für Meilenstein.

Das könnte dich auch interessieren

Vermögensbeschützer

Melde dich zum Newsletter "Finanzielle Meilensteine" an und bleibe auf dem Laufenden. Hier teile ich weiteres Insider-Wissen.