(1) Eine Vermögensübersicht kann Sie zufrieden machen.
Und ruhiger und gelassener.
Machen wir doch einmal eine kleine Übung:
Können Sie sich selbst Ihr Vermögen in Worten erklären ?
(eine gute und wohltuende Übung übrigens)
Können Sie Ihrem Ehegatten Ihr Vermögen erklären ?
Können Sie Ihrem Notar und Steuerberater Ihr Vermögen erklären ?
Können Sie Ihr Vermögenszuwachs im Laufe der Zeit anschaulich beschreiben ?
Ihre Vermögensübersicht gibt Ihnen die Antwort als Bild.
Sie erkennen auf einen Blick Ihr Vermögen.
Eigentlich sollten Sie immer dann eine Vermögensübersicht haben, wenn Sie wichtige finanzielle Entscheidungen zu treffen haben. Ich denke dabei an Schenkungen, testamentarische Regelungen, Verkauf oder Kauf einer Immobilie, größere Investitionen, die Frage nach Liquidität im Notfall und die Frage nach Risiken.
Für all das benötigen Sie Ihre Vermögensübersicht.
Sie ist die Grundlage dafür, dass Sie in wissen, wovon Sie sprechen.
Ihre Vermögensübersicht gibt Ihnen Überblick.
Sie gibt Ihnen Verständnis.
Und Sicherheit.
Und, nicht zu vergessen und sehr wichtig, sie macht stolz !
Und zufrieden, Sie werden es sehen.
Auf Grund meiner beruflichen und persönlichen Erfahrungen bin ich immer wieder zu dem Schluss gekommen, dass jeder, der sich ernsthaft Gedanken über sein Vermögen macht, dies am besten mit einer Vermögensübersicht beginnt.
Andersrum:
Ohne Vermögensübersicht fällt schon Ihnen allein der Überblick schwer.
Was gehört mir ?
Was gehört meinem Ehegatten ?
Was habe ich vielleicht schon verschenkt (und habe noch Nießbrauch) ?
Welche Schenkungen habe ich überhaupt in letzter Zeit getätigt ?
Um so schwerer wird dieser Überblick für Ihren Ehegatten.
Und wenn Sie dann zu Ihrem Steuerberater oder Notar gehen,
wird es so sein, dass dieser alles erst einmal aufwändig erfragen muss.
Mit Ihrer Vermögensübersicht sind Sie a) perfekt vorbereitet und b) brillieren gegenüber Ihrem Berater.
Sie machen sich Ihr Leben leichter, wenn Sie beizeiten eine Vermögensübersicht Ihr eigen nennen und beantworten folgende wichtige Fragen:
- Wie vermögend bin ich wirklich ?
- Verstehe ich mein Vermögen gut genug ?
- Und zwar so gut,
dass ich für Vermögensdispositionen (Schenkungen, Testament), also auch für Gespräche mit mir (!), meinem Steuerberater oder Notar gerüstet bin ?
Was in die Vermögensübersicht gehört:
Nur-das-Wichtigste
1)
Kapitalanlagen
- Wertpapierdepots
- Bankprodukte
- Bankkonten
- Guthaben in Versicherungsverträgen
2)
Immobilien
- jede Immobilien einzeln
- mit dazu noch vorhandenen Darlehen
3)
Größere Sachwerte
- Gold
- Schmuck von erheblichem Wert
- Autos
- Münzsammlung, Bilder, Antiquitäten
4)
Schulden & Verpflichtungen
- Immobilienkredite (Restschuld)
- sonstige Darlehen
- Bürgschaften (wenn vorhanden)
5)
Unternehmensanteile
Viele meiner Mandanten sind an einem Unternehmen beteiligt.
Meistens ist dies das Unternehmen, die Praxis, die Kanzlei, die sie (mit)aufgebaut haben.
Wenn diese Beteiligung (noch) nicht verkauft bzw. übertragen ist,
stellt sie regelmäßig einen erheblichen Beitrag des Vermögens dar.
6)
Lebens- und Rentenversicherungen
Auch hier ist ein erheblicher Teil Vermögen vorhanden.
Vergessen Sie nicht, diese Guthaben in Ihre Vermögensübersicht aufzunehmen.
7)
Was gehört nicht in meine Vermögensübersicht ?
Wenn Sie wissen, um was Sie sich jetzt nicht kümmern müssen und was Sie vernachlässigen können, hier meine Tipps:
Liquidität ist eine andere Ausprägung von Vermögen.
Sie ergibt sich daraus.
Die Liquidität ist demnach kein Bestandteil einer Vermögensübersicht.
Und wie exakt sollen Sie arbeiten und Unterlagen besorgen ?
Sie kennen, wenn Sie schon ein bisschen mit mir gedacht haben,
mein Mantra:
„Das-Wichtigste-Zuerst“.
(manchmal sogar in seiner Extrem-Form „Nur-Das-Wichtigste“)
Das gilt genauso hier, bei der Erstellung Ihrer Vermögensübersicht.
Auch hier ist Perfektionismus der Feind des Guten.
Denken Sie nicht, Sie müssten „alles“ erfassen.
Wenn Sie 90 % Genauigkeit erreichen,
ist das ein sehr zufriedenstellendes Ergebnis.
Eine gute Vermögensübersicht passt auf 1–2 Seiten.
Mehr ist nicht besser.
P.S.:
Ein kleiner Vergleich.
Sie kochen gerne oder gehen gerne essen ?
Jeder mag zur Vorspeise eine gute Brühe, eine Consommé, eine Essenz.
Das ist alles mehr oder weniger das Gleiche.
Sie fangen mit großen Töpfen an.
Da kommt viel rein.
Sehr viel, auch viel Wasser.
Mit der Zeit reduziert sich die Flüssigkeit.
Und reduziert weiter.
Bis irgendwann der Kern, die Mitte, das Entscheidende übrig bleibt.
Ist bei einer Vermögensaufstellung nicht anders.