Stellen Sie sich vor, Sie sind soweit.
In Ihrem Bekanntenkreis haben es auch schon viele gemacht.
(Angeblich)
Und auch in Ihnen brodelt es:

Sie wollen jetzt (!) Ihr Testament aufsetzen.

Auch mit Ihrem Ehepartner haben Sie gesprochen.

Wie sieht in der Praxis dann der übliche Fortgang aus ?


Sie beginnen und lesen sich Wissen an.
Im Internet, vielleicht kaufen sie auch ein Buch.

Und wenn Sie genug gelesen haben, dann fangen sie einfach mal an.
Aus dem Kopf.
Es ist ja nur der erste Entwurf.

Irgendwann merken Sie , dass es doch gar nicht so einfach ist.
Weil Sie etwas vergessen oder nicht bedacht haben oder weil Ihnen etwas unklar ist.

Was machen Sie nun ?
Sie sprechen mit Ihrer Hauptvertrauensperson in finanziellen Fragen an, nämlich Ihrem Steuerberater.
Sie erzählen ihm (ein bisschen stolz, denn Sie kümmern sich ja jetzt) über Ihr Testament und stellen einzelne Fragen.
Soweit Ihr Berater das weiß, gibt er Ihnen auf diese punktuellen Fragen auch Antwort.
Es bleibt aber, es ist ja nur dieses kurze Zwischen-Tür-und-Angel-Gespräch, beim Anfang und bei Stückwerk.
Und dann, dann haben Sie ein paar einzelne Antworten, insgesamt sind Sie aber nicht wirklich zu einem Ergebnis gelangt.

Sie machen trotzdem weiter ?
Dann nehmen Sie Ihren ersten Entwurf zur Hand und skizzieren Ihre Vorstellungen weiter.
Sie treffen erste Entscheidungen darüber, wer was bekommen soll.
Das ist aber schwieriger als gedacht, denn Sie wollen es ja möglichst gerecht machen.
Meistens hört man dann erst mal auf und lässt das Ganze sich setzen und wirken.

Und nach 1 Woche geht es mit neuen Erkenntnissen weiter ?
Eher nicht.
Der Entwurf bleibt wahrscheinlich so, wie er ist.
Über Wochen.
Über Monate.
Ist ja auch wirklich kein schönes und kein einfaches Thema.

Vielleicht ergänzen Sie den Entwurf auch einmal, weil Ihnen noch etwas Wichtiges eingefallen ist.

Aber eigentlich bleibt der Entwurf in seinem Anfangsstadium liegen.

Irgendwann wird der Druck aber wieder größer und Sie sagen sich, dass es jetzt aber wirklich Zeit für Ihr Testament wird. Da Sie aber eigentlich keine Lust mehr haben, diese alte und unbefriedigende Arbeit wieder aufzunehmen, vereinbaren Sie einen Termin bei Ihrem Notar.
Ihm tragen Sie Ihre Vorstellungen vor, der Notar nimmt sie entgegen und stellt Ihnen noch ein paar Fragen, die Sie vielleicht auch gar nicht so richtig einordnen können.
Egal, er wird es ja schon wissen und richtig machen.
In meinem Sinne, er kennt mich ja.

Dann macht der Notar einen Entwurf.
Diesen Entwurf lesen Sie und gehen mit diesem zu Ihrem Steuerberater, damit er seinen Segen gibt.
Der Steuerberater wird Ihnen die eine und andere steuerliche Anmerkung und Aufklärung geben, aber sicherlich nicht rechtlich und tatsächlich in die Tiefe aufklärend wirken.
Das Mandant dazu hat er ja gar nicht.
Und die Finger verbrennen will er sich auch nicht.
Außerdem kommen Sie ja vom Notar.

So kommt es schlussendlich zu einem nicht gut durchdachten und nicht gut gemachten Testament.


Wie könnten Sie dies besser und zielführender machen ?

1.
Kümmern Sie sich nicht um Erbrecht und Erbschaftsteuerrecht.

Sammeln Sie kein Halbwissen.
Verschwenden Sie hier keine Energie.

2.
Lernen Sie stattdessen Ihr Vermögen ganz genau kennen

90 % genügen übrigens schon.
Wie ?
Indem Sie eine Vermögensübersicht erstellen (lassen).

Mit einer Vermögensübersicht erkennen Sie die Schwerpunkte in Ihrem Vermögen sowie dessen Zusammensetzung.
Und wenn Sie Ihr Vermögen gut kennen, werden Ihnen stückweise immer mehr Möglichkeiten klar, wie es mit diesem Vermögen weitergehen sollte.

3.
Wissen Sie um Vorschenkungen

Auch wenn Sie es schon vergessen haben sollten, glauben Sie mir, in Ihrer Familie weiß jeder sehr genau, dass der Bruder damals Geld für sein Haus bekam. Und dass die Schwester das Studium komplett bezahlt wurde und das erste Auto auch.

Das dürfen Sie bei Ihrem Testament nicht vergessen.
Wenn sich das Gefühl der Gerechtigkeit nicht durch Ihr Testament zieht, haben Sie bestimmt eines erreicht, nämlich Zwist zwischen Ihren Nachkommen.
Deshalb müssen Sie Vorschenkungen unbedingt in Ihrem Testament berücksichtigen.

Sie kennen ja nun, siehe 2., Ihr Vermögen ganz genau.
Sie kennen die Größenordnungen und die Struktur.
Wenn Sie jetzt Regelungen für Ihr Vererben treffen, dann berücksichtigen Sie bei der geplanten Verteilung bitte die Vorschenkungen mit.

Das Berücksichtigen der Vorschenkungen im Zusammenhang mit Ihrer Vermögensübersicht sorgt für viel mehr Gerechtigkeit und damit für ersparten Familienstreit.

Gehen Sie mit Ihrer Vermögensübersicht zuerst zu Ihrem Steuerberater und dann zu Ihrem Notar

Die beiden sind Ihre wichtigsten Helfer und Experten.

Und wenn Sie von diesen größtmöglich profitieren wollen,
geben Sie ihnen die besten Informationen.

Gehen Sie also mit Ihrer Vermögensübersicht zu den beiden und sagen „Bitte schön, so sieht es bei mir aus.“
Eine bessere Grundlage für Ihr Testament kann es nicht geben.

Damit beginnen Sie einen fundierte, begründete Auseinandersetzung mit Ihrem Vermögen und der geplanten testamentarischen Verteilung.

Und plötzlich liegt der Ball nicht mehr bei Ihnen.
Ihr Testament ist nun in besten Händen.
Mit den richtigen, wichtigen und entscheidenden Informationen versorgt.

(9) Schenken Sie so rechtzeitig, dass Sie die Folgen davon noch erleben.
(7) Vor dem Ruhestand müssen Sie schwarz auf weiß wissen, ob Ihr Vermögen für den Ruhestand reicht und Sie sich keine Sorgen machen müssen.

Martin Arlt

Martin Arlt ist Steuer- sowie Vermögensberater mit über 20 Jahren Berufserfahrung. Er hilft Menschen, ihre finanziellen Ziele zu realisieren – und dies Meilenstein für Meilenstein.

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